Bau auf. Bau auf! Revolutionäre Stadtteilarbeit neu organisieren

Im Zuge der Debatten um „Neue Klassenpolitik“ und die Frage, wie eine revolutionäre Stadtteilarbeit organisiert werden kann, möchten wir als „Hände weg vom Wedding“ unseren politischen Beitrag leisten. Wir wollen nachfolgend unsere bisherige Arbeit kritisch reflektieren und unsere Lösungsstrategien damit zur Diskussion stellen. Als Grundlage diente uns in einzelnen Diskussionspunkten unter anderem der Text von Geronimo Marulanda, der im April 2018 im re:volt-Magazine veröffentlicht wurde. Der nun von uns vorgelegte Text soll anregen, die eigenen Strukturen politisch zu hinterfragen und Ideen für mögliche Strukturdebatten und Veränderungsprozesse geben.

Seit 2012 sind wir als Gruppe, Nachbar*innen (meist mit politischer Vorerfahrung) aus und um den Berliner Stadtteil Wedding, organisiert. Unser geteilter Schwerpunkt liegt auf der lokalen Realisierung antikapitalistischer und revolutionärer Politik. Nach langen Erfahrungen in der politischen Arbeit in unseren Kiezen wollen wir die engen Grenzen unserer bestehenden Organisation überwinden. Unser Ziel ist, sowohl Nachbar*innen, als auch politische Unterstützer*innen aktiver einzubinden und die Basis für eine revolutionäre Stadtteilarbeit zu verbreitern. Dabei ist es an uns als linke Bewegung, klassenkämpferische Politik von unten zu stärken. Wie kann das funktionieren?

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Bericht vom feministischen Walpurgisnachtfeuer 2019 im Wedding

Liebe GenossInnen, FreundInnen, KollegInnen,

um der antikapitalistischen Demonstration „Unsere Häuser, unsere Kieze. Gegen die Stadt der Reichen!“ am 30.4.19 im Wedding einen besonderen feministischen Ausdruck zu verleihen, war es uns ein besonderes Anliegen mit einem Hochtransparent und einem Redebeitrag nicht nur sicht- und hörbar zu sein, sondern die Demonstration auch zu nutzen um aktiv unsere NachbarInnenschaft zu einem anschließenden Walpurgisnacht-Feuer einzuladen. Unsere alltäglichen Kämpfe sollten auf die Straße getragen und gleichzeitig auf die Geschichte der Walpurgisnacht, der Hexenverbrennungen im Mittelalter und darüber hinaus in Europa aufmerksam gemacht werden.

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Ausbeutung adé! Vom Arbeitskampf der Reinigung bis zur Enteignung beim Wombat’s City Hostel

Veranstaltung und Erfahrungsaustausch: 15.05.2019 um 19:00 Uhr im Kiezhaus Agnes Reinhold, Afrikanischen Str. 74.

Die Vermarktung Berlins als touristische Attraktion, lässt das Gaststättengewerbe aufblühen. Im Jahr 2018 gab es fast 33 Millionen Übernachtungen. Viele Hostels wollen da kräftig mitverdienen- sehr häufig zu Lasten der angestellten Arbeiter*innen, die zu miesen und unwürdigen Arbeitsbedingungen angestellt sind. 

Nachdem 2015 im Berlin-Mitte gelegenen Wombat’s City Hostel Berlin trotz des massiven Widerstandes der Geschäftsführung ein Betriebsrat gegründet (als erstes Hostel in Deutschland!) und Anfang 2018 die organisierten Arbeiter*innen endlich einen Tarifvertrag erfolgreich erstritten, kämpfen sie nun gegen die Auslagerung (Outsourcing) des Reinigungsteams und der damit verbundenen schlechteren Arbeitsverhältnisse. Das Management reagiert mit Hetze und Härte, und versucht erfolglos, die Solidarität untereinander zu zerstören. Nun will die Geschäftsführung das Hostel schließen, wogegen die Belegschaft fordert: enteignen!

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Aufruf zur Kundgebung in Gedenken an Ufuk Şahin

Wir unterstützen den Aufruf zur Kundgebung am Sonntag, 12. Mai 2019 anlässlich des 30. Jahrestages des rassistischen Mordes an Ufuk Şahin.

Wann und wo?

So. 12. Mai 2019 um 13 Uhr vor den Häusern Wilhelmsruher Damm 224-228 in Berlin/Märkisches Viertel (neben U-Bahn/S-Bahn-Wittenau – U8-Endhaltestelle, S1, S26)

Am 12.05.1989 wird Ufuk Şahin, ein 24-jähriger Berliner, Vater eines 2-jährigen Sohnes, im märkischen Viertel auf dem Fußweg vor dem Haus Wilhelmsruher Damm 224 von einem Rassisten aus der Nachbarschaft erstochen. Der Nachbar offenbart bei der Tat und auch wieder im späteren Prozess seine rassistischen Motive.

Unmittelbar nach dem Mord organisieren Angehörige, Freund*innen und Nachbar*innen eine Demonstration: am 19. Mai 1989 ziehen 1500 Menschen durch das Märkische Viertel. Einen Tag später, am 20. Mai demonstrieren fast 10.000 Menschen am Rathaus Schöneberg, dem damaligen Regierungssitz West-Berlins gegen den eskalierenden Rassismus. Schon in den 1980er Jahren häufen sich rassistische Morde in den westdeutschen Großstädten. In der Folge dieses und weiterer Morde beginnen jüngere Berliner*innen, sich in Selbstschutz-Gruppen zu organisieren.

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