Bau auf, bau auf! Hände weg vom Wedding reiht sich ein in den Bund der Kommunist:innen

Wir teilen voller Freude mit, dass sich die sozialistische Stadtteilorganisierung Hände weg vom Wedding in den Bund der Kommunist:innen einreiht. Angesichts von Klimakatastrophe, Militarisierung, Aufstieg faschistischer und ultrareaktionärer Kräfte und den verschärften Angriffen der herrschenden Klasse auf die soziale Daseinsvorsorge und Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerung, müssen wir unsere Kräfte vereinen, um all dem etwas entgegensetzen zu können.

Dieser Schritt erfolgt aus der Überzeugung heraus, dass sich unsere jeweiligen Stärken und Erfahrungen gemeinsam konkreter entfalten können. Beide Organisationen haben in den letzten Jahren intensiv gelernt: in der Stadtteil- und Massenarbeit, in den Aufbauarbeiten und Verankerungen unserer sozialer Zentren in den Kiezen und in den Klassenkämpfen in Berlin. Nach Jahren intensiver theoretischer Arbeit und politisch-praktischer Organisierung ist es für Hände weg vom Wedding folgerichtig an der Zeit, die nächsten Schritte zu gehen und die Basis für eine schlagkräftigere, breiter aufgestellte Organisation gemeinsam zu schaffen.

„Sich organisieren heißt sich stärken.“ (Antonio Gramsci)

Die revolutionäre Linke in den imperialistischen Metropolen steht vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Die Bewegung wächst trotz der zunehmenden rechten und militaristischen Offensive der Herrschenden nicht im notwendigen Maße und ist nicht ausreichend in der Arbeiter:innenklasse verankert. Sie ist organisatorisch zersplittert. Ihr fehlt die notwendige Basis zur Entwicklung einer breit aufgestellten Organisation, um kämpferische Schlagkraft und Attraktivität für unsere Klasse entwickeln zu können.

Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, den Schluss zu ziehen, dass das Nebeneinanderher-Existieren klassenkämpferischer Akteur:innen beendet werden muss. Für unsere Organisationen heißt das praktisch, hier in der gemeinsamen Heimat Berlin den ersten Schritt zu machen, die Kräfte zu bündeln. Dadurch stärken wir die dringend notwendigen Kämpfe gegen Faschismus, die immer autoritärer werdende Elendsverwaltung durch die herrschende Klasse, die Kriege der Reichen und die kapitalistische Ausbeutung. Gemeinsam arbeiten wir an Perspektiven für eine sozialistische Gesellschaft.

Es geht vorwärts!

Seit vielen Jahren bauen Hände weg vom Wedding und der Bund der Kommunist:innen in Berliner Stadtteilen Zentren und Praxen der Gegenmacht auf. Wir vernetzen uns regional, bundesweit und international. Unsere Räume gelebter Solidarität und kollektiver Organisierung sind in den Kiezen verankert und schaffen konkrete Unterstützung im Alltag.


Hände weg vom Wedding blickt auf 14 Jahre kontinuierliche Arbeit zurück. Mit dem Kiezhaus und Interbüro wurde sich aktiv am Aufbau von zwei sozialen Zentren beteiligt. Diese sind heute wichtige Orte des lokalen Widerstands im roten Wedding. Ein großer Schwerpunkt war von Anfang an der Kampf gegen die Ausbeutung von Mieter:innen und für die Herausbildung widerständiger Hausgemeinschaften. Wir führten und führen Kämpfe gegen Vermieter:innen und schufen mit dem „Solidaritätstreff Soziale Arbeit“ einen Raum zur praktischen Unterstützung von Arbeitskämpfen und Klassenbewusstsein. Mit dem Palästina-Café widersetzten wir uns dem Repressionsdruck und eröffneten Möglichkeiten für gelebte internationale Solidarität. In der sogenannten „Zeitenwende“ beteiligten wir uns daran, den antiimperialistischen und antimilitaristischen Kampf gegen Aufrüstung, Sozialabbau und Kriegsdienst nach vorne zu bringen.

Gleichzeitig haben wir uns in Organisationsdebatten der Linken eingebracht. Dementsprechend entwickelten wir uns von einer post-autonomen Gruppe über eine rätekommunistische Struktur hin zu einer sozialistischen Organisation weiter. Als Hände weg vom Wedding bedanken wir uns bei den zahlreichen Organisationen, Genoss:innen, Kolleg:innen, Unterstützer:innen, die uns die letzten Jahre so unermüdlich begleitet haben. Mit dem Zusammenschluss werden wir die Möglichkeiten und Räume des politischen, sozialen und solidarischen Zusammenkommens fortführen und kontinuierlich weiterentwickeln.




Der Bund der Kommunist:innen hat sich vor 5 Jahren gegründet um bereits begonnene Praxis der revolutionären Stadtteilarbeit qualitativ und quantitativ vorantreiben zu können. Unser Ziel ist es, den Aufbau einer revolutionären Organisation mit dem Aufbau von Strukturen proletarischer Gegenmacht in seiner notwendigen Wechselbeziehung zu begreifen und anzugehen. Zu unserem Organisationsnetz gehören die Stadtteilkomitees in Lichtenberg, Wedding und Neukölln. Seit einigen Jahren haben wir darüber hinaus eine kommunistische Jugendorganisation (Kommunistischer Jugendbund) und bauen einen branchen- und gewerkschaftsübergreifenden Arbeitskampf voran.

Beide Organisationen, Hände weg vom Wedding und der Bund der Kommunist:innen, haben geschichtliche Wurzeln in der Debatte um die Neuausrichtung linker Politik und um revolutionäre Stadtteilarbeit vor über 10 Jahren. In beiden wurde damals den Schluss gezogen, sich mit konkreter handfester Praxis in diese Debatte einzumischen. Beide haben für sich die Lehre gezogen, dass eine Rückkehr auf den Klassenstandpunkt die Praxis anleiten muss. Dass linke Politik ins Leben unserer Klasse zurückkehren muss und sich auf nachhaltige Arbeit nicht nur in der Nachbarschaft, sondern auch in anderen Sektoren gesellschaftlichen Lebens auszurichten hat. Und dass diese Arbeit eine starke Kernorganisation im Rücken haben muss – umso dringender, je weiter sie sich verbreitert. Diese gemeinsamen Lehren sollen nun organisatorisch zusammengeführt werden, nachdem sie zunächst nebeneinander ausprobiert wurden.

Perspektiven schaffen!

Unsere ersten Erfolge gilt es nun als gemeinsame Organisation zu verbreitern. Dort wo neoliberale Vereinzelung, Rassismus und sozialchauvinistische Hetze unsere Klasse spalten, schaffen wir Orte des Zusammenkommens, der politischen Bildung und Klassensolidarität. Wo die Herrschenden Verzicht und Hass predigen, während sich ihr Reichtum auf Kosten unserer Arbeit vergrößert, braucht es populären Widerstand, den wir im Betrieb, in der Jugend und im Stadtteil organisieren müssen. Die Arbeit in unserer Klasse ist die Grundlage einer realen Wirksamkeit, sei es über offensive Mietenpolitik, einen konsequenten Antimilitarismus in Verbindung mit dem Widerstand gegen soziale Brandrodung oder konfliktorientierte Arbeitskämpfe. Unsere Zentren und unsere politische Arbeit sind die Ausgangspunkte für Kämpfe um Würde, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Veränderung – für den Aufbau proletarischer Gegenmacht und revolutionärer Perspektive.

Wir wissen, dass dieser Anschluss keine ausreichende Antwort auf die politische Machtfrage von unten darstellt. Er kann nur ein Anfang sein. Deshalb rufen wir Organisationen und Gruppen dazu auf, sich an einer gemeinsamen Diskussion über die Überwindung des Kleingruppenwesens sowie den Aufbau (über-)regionaler Bündnisse und Organisationsperspektiven zu beteiligen.

In diesem Sinne laden wir ein, in den Stadtteilkomitees von Wedding, Lichtenberg und Neukölln, in unseren sozialen Zentren und Angeboten, in der Initiative kämpfender Arbeiter:innen und im Kommunistischen Jugendbund aktiv zu werden. Die notwendige Verbreiterung und Vertiefung unserer revolutionären Stadtteilpolitik und den Kämpfen in anderen Sektoren des gesellschaftlichen Lebens bekommt mit der Zusammenführung der erfolgreichen Arbeiten beider Organisationen einen weiteren Schub. Wir freuen uns sehr, dass wir dabei auf die vielen Akteur:innen um uns herum zählen können.

Die Aufgaben sind groß. Packen wir sie gemeinsam an.

Hände weg vom Wedding und Bund der Kommunist:innen
Oktober 2026
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Die Organisation „Hände weg vom Wedding“ integriert ihre seit 2012 kontinuierliche politische Arbeit in den BdK. Alle bisherigen Erfahrungen und Arbeiten werden einen Platz im Organisationsgeflecht des BdK finden. Mit dem Zusammenschluss werden die bisherigen Kommunikationskanäle eingestellt.

Ihr könnt uns als gemeinsame Organisation hierunter erreichen:

kontakt[at]kommunist-innen.org
kommunist-innen.org