Die Bundesregierung rüstet auf wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Hunderte Milliarden Euro werden für Waffen, Militär und Kriegsvorbereitung bereitgestellt. Gleichzeitig fehlt überall das Geld für das, was Menschen tatsächlich brauchen: bezahlbare Wohnungen, gut ausgestattete Schulen, Jugend- und Kultureinrichtungen, eine bedarfsorientierte Gesundheitsversorgung, Kultur und soziale Sicherheit.
Auch in unserem Bezirk werden die Folgen dieser Politik spürbar: Sozialleistungen werden gekürzt, öffentliche Einrichtungen kaputtgespart und die Militarisierung drängt immer stärker in den Alltag: Jugendoffiziere werben an Schulen und auf Ausbildungsmessen für den Kriegsdienst, Autoteilehersteller werden in Munitionsfabriken umgewandelt und Atomschutzbunker werden wieder einsatzfähig gemacht. Kriegstüchtigkeit wird zur politischen Leitlinie erklärt, während Armut, Wohnungsnot, Rassismus und Gewalt weiter zunehmen.
Aktuell müssen 56.000 Menschen in Berlin in Wohnungslosenunterkünften leben. Mit einer Armutsquote von 18,7 Prozent lebt in Berlin fast jede*r Fünfte in Armut. Besonders betroffen sind Menschen ab 65 Jahren. Viele von ihnen haben ihr Leben lang gearbeitet und erhalten aufgrund niedriger Löhne und prekärer Beschäftigung eine viel zu kleine Rente. Laut aktuellem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes(2026) blicken zudem ~30 % der Alleinlebenden und ~29 % der Alleinerziehenden angesichts von unbezahlter Sorgearbeit, ständig steigender Preise, hoher Lebenshaltungskosten und zunehmend fehlender Absicherung in eine Zukunft, in der sie im Alter mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls arm sein werden.
Berlin – Wedding gehört traditionell zu den ärmsten Wohngebieten der Stadt. Armut durchzieht die Kieze unseres Stadtteils. Sie sitzt in ihrer krassesten Form am Leopoldplatz und fragt nach Geld. Sie steht in den endlosen Warteschlangen der Bürgerämter und Notaufnahmen der Krankenhäuser, in überfüllten U-Bahn-Wagons, Schulen und Wohnungen – Sie arbeitet in Niedriglohnjobs, die kaum zum Leben reichen und fragt sich nicht mehr, ob das Geld noch reicht, weil die Antwort längst feststeht. Während ca. 305.309 Menschen in Berlin verschuldet sind und oft mehrere Wochen auf einen Termin bei der Schuldnerberatung warten müssen, wird das Leben im eigenen Kiez immer weniger bezahlbar.
Wer in dieser Situation weiter kürzt, organisiert keine Krisenbewältigung, sondern verschärft bewusst die soziale Spaltung zwischen oben und unten.
Damit wollen wir uns nicht abfinden!
Mit der Kampagne „Mein Bezirk für den Frieden“ setzen wir uns für einen Bezirk ein, der Frieden, Solidarität und soziale Rechte in den Mittelpunkt stellt. Wir sagen: Sicherheit entsteht nicht durch Aufrüstung, sondern durch gute Bildung, eine funktionierende Gesundheitsversorgung, bezahlbare Wohnungen, soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität. Die Ressourcen, die für Militär und Kriegsvorbereitung ausgegeben werden, fehlen dort, wo sie heute das Leben der Menschen tatsächlich verbessern könnten.
Deshalb haben wir zusammen mit dem Stadtteilkomitee Wedding eine Forderungs- und Unterschriftenkampagne gestartet. Wir fordern von der Bezirkspolitik eine klare Position gegen Militarisierung und Sozialabbau. Dazu gehört die Unterstützung lokaler Friedensarbeit, ein Nein zur Wehrpflicht, keine Bundeswehrwerbung und -rekrutierung an Schulen und in öffentlichen Einrichtungen sowie Geld für Bildung, Kultur, Soziales und Gesundheit statt für Krieg und Aufrüstung.
Frieden beginnt, wenn Menschen sich organisieren und gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft eintreten – Frieden beginnt hier in unseren Kiezen, Schulen, Betrieben und Nachbarschaften!
Unterstützt die Kampagne „Mein Bezirk für den Frieden“ und unterschreibt die Forderungen an die Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Mitte.
Gemeinsam zeigen wir während der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026, dass unser Stadtteil kein Ort für Aufrüstung und soziale Kürzungspolitik ist.
Für soziale Sicherheit statt Aufrüstung! Für Solidarität statt Militarisierung! Für einen Bezirk des Friedens!
Zur Kampagne: Mein Bezirk für den Frieden





