Fr.,05.06.: Vortrag & Diskussion „Aufrüstung an der NATO-Ostgrenze – Kriegstüchtigkeit als dauerhafte Organisationsform internationaler Politik“

Noch herrscht (offiziell) kein offener Krieg zwischen NATO und Russland, doch seine Möglichkeit wirkt bereits als zentraler Motor der deutschen Wiederbewaffnung. Zukunftsszenarien einer möglichen Eskalation entfalten ihre Wirkung in Haushaltsverhandlungen und politischen Entscheidungen. Nicht der tatsächliche Krieg, sondern bereits seine bloße Möglichkeit reicht als Begründung aus, um tiefgreifende politische und gesellschaftliche Verschiebungen zu rechtfertigen..

In der Praxis bedeutet das: mehr Geld für Militär, Rüstung, Polizei, Geheimdienste und Überwachung. Gleichzeitig bedeutet es für uns im Stadtteil weniger Mittel für Bildung, Kultur, Gesundheit und soziale Sicherheit. Sicherheitspolitische Prioritäten setzen sich durch, während soziale Infrastruktur unter Druck gerät und gesellschaftliche Bedürfnisse zunehmend nachrangig behandelt werden.

Die Entwicklungen an der NATO-Ostflanke haben damit konkrete Auswirkungen bis in unseren Alltag hinein. Was als geopolitische Strategie erscheint, wirkt sich auf politische Entscheidungen, Haushalte und soziale Verhältnisse vor Ort aus.

Am 05.06. wollen wir deshlab im Kiezhaus Agnes Reinhold gemeinsam mit der Gruppe Postkom die Ostgrenze der NATO in den Blick nehmen.

Seit dem Krieg in der Ukraine hat die NATO ihre militärische Präsenz in Osteuropa deutlich ausgebaut – insbesondere in Polen und den baltischen Staaten. Mit dem Beitritt von Finnland (2023) und Schweden (2024) hat sich die sicherheitspolitische Lage im Ostseeraum zusätzlich grundlegend verändert. Grenzen, Bündnisse und Bedrohungswahrnehmungen verschieben sich mit spürbaren Folgen weit über die Militärpolitik hinaus.

  • Was bedeutet diese neue Konstellation konkret?
  • Welche Rolle spielen Polen und die baltischen Staaten heute in der NATO-Strategie?
  • Wie verändern sich dadurch politische Spielräume, Innenpolitik und gesellschaftliche Debatten in den betroffenen Ländern?
  • Welche wirtschaftlichen und geopolitischen Dynamiken entstehen, wenn sich militärische Bündnisse weiter nach Norden und Osten ausdehnen?

Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns zu diskutieren, wie diese Entwicklungen einzuordnen sind, was sie für uns vor Ort bedeuten und wie wir uns hier im Stadtteil antimilitaristisch organisieren können

Aufrüstung an der Nato-Ostflanke: Kriegstüchtigkeit als dauerhafte Organisationsform internationaler Politik
Freitag | 05.06.2026 | 18.00 | Kiezhaus Agnes Reinhold
Afrikanische Str. 74 in 13351 Berlin 

PostKom, ist eine Initiative,  die sich mit postsowjetischen Räumen beschäftigt und versucht, diese Perspektiven in linken Debatten in Berlin einzubringen und damit sichtbarer zu machen. Unser Ziel ist ein offener, solidarischer Raum für Diskussionen und Austausch.