Antimilitaristische Fotoaktion: Berlin braucht Wohnungen statt Bunker!

Der Atomschutzbunker am Gesundbrunnen soll wieder kriegstüchtig gemacht werden. Wir sagen klar: Nein zu weiterer Aufrüstung und zur Wiedereinführung der Wehrpflicht! Unser Bezirk braucht keine neuen militärischen Strukturen, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum und soziale Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.

Nach aktuellen Berichten soll der historische Atomschutzbunker zwischen den U-Bahnhöfen Gesundbrunnen und Pankstraße wieder für den Kriegsfall vorbereitet werden. Die nie in Betrieb genommene Anlage aus den 1970er Jahren wird derzeit vom Verein Berliner Unterwelten e. V. als touristische Sehenswürdigkeit und für Ausstellungen genutzt. Im Rahmen eines vom Bundesinnenministerium angekündigten Programms zur Stärkung des Katastrophen- und Zivilschutzes stehen nun rund zehn Milliarden Euro für die innere Kriegsvorbereitung zur Verfügung.

Während die Bundesregierung unbegrenzte Budgets für Rüstungsausgaben bereitstellt und die Wiedereinführung der Wehrpflicht plant, sollten uns historische Orte in unserem Bezirk wie der NS-Flakturm im Humboldthain und der nie genutzte Atomschutzbunker am Gesundbrunnen besser mahnen und daran erinnern, wohin Aufrüstung führt: Sie bereitet Krieg vor und verschwendet enorme gesellschaftliche Ressourcen. 

Doch anstatt die wichtigsten sozialen Problemlagen im Stadtteil anzugehen – wie fehlende Wohnungen, steigende Mieten, Armut, Obdachlosigkeit und Verelendung werden die soziale Interessen der Bevölkerung der Militarisierung untergeordnet. Tariflöhne werden infrage gestellt, und auch sämtliche soziale Errungenschaften wie die Rente, die Arbeitslosenversicherung , die allgemeine Daseinsvorsorge sowie die Gesundheitsversorgung stehen massiv unter Druck.

Die Auswirkungen spüren wir hier vor Ort: Die Versorgung von Jugendlichen und Familien wird immer dünner. Es gibt weniger Angebote für Obdachlose. Feministische und antirassistische Projekte gegen Gewalt werden eingestellt. Stattdessen wird überlegt, Berliner U-Bahntunnel teuer umzurüsten, damit sie im Ernstfall als Schutzräume dienen können. 

Die Vorstellung eines flächendeckenden Schutzes ist nicht neu – und sie war schon früher kaum realistisch: Während der  Zeit der atomaren Bedrohung und Aufrüstung im Kalten Krieg standen in West-Berlin für rund 2,2 Millionen Menschen nur etwa 25.000 Bunkerplätze zur Verfügung. Auch heute ist „Schutz“ im Kriegsfall für die Mehrheit der Bevölkerung kaum mehr als eine Illusion.

Diese Illusion betrifft nahezu alle Lebensbereiche, insbesondere die medizinische Versorgung. Die Vereinigung Demokratischer Ärztinnen und Ärzte hat im Kontext der atomaren Bedrohung und der Friedensbewegung wiederholt darauf hingewiesen, dass eine reale Versorgung unter solchen Bedingungen zusammenbricht. In diesem Zusammenhang sei der alte warnende Satz aus der antimilitaristischen Medizinethik in Erinnerung gerufen: „Wir werden euch nicht helfen können.“ Eine Tatsache, die unmissverständlich klarmacht, dass es in einem nuklearen oder großflächigen Krieg keine medizinische Hilfe im eigentlichen Sinne mehr geben kann.

Wir fordern deshalb keine Milliarden für Modernisierung von Bunkern und andere Kriegsvorbereitungen. 

Statt Aufrüstung braucht es Abrüstung, internationale Kooperation und eine konsequente Friedenspolitik. Eine Politik, die ernsthaft Verantwortung für die Bevölkerung übernimmt, würde alles daransetzen, Kriege zu verhindern statt sie infrastrukturell vorzubereiten.

Während Milliarden für militärische und zivile Kriegslogistik bereitgestellt werden, fehlt dieses Geld dort, wo es dringend gebraucht wird: Im sozialen Wohnungsbau, in der Bildung und in der Gesundheitsversorgung.

Sicherheit entsteht nicht durch Bunker, sondern durch eine sozial und friedensorientierte Stadtentwicklung: Wir brauchen Wohnungen, faire Löhne, menschenwürdige Arbeitsbedingungen,  Bildung und Gesundheit, damit die Menschen in dieser Stadt leben und nicht nur überleben können.

Mein Bezirk für den Frieden
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Termine

  • Jeden 2. & 4. Donnerstag 18-19 Uhr Interbüro Genter Str 60 13353 Berlin – Offenes Treffen gegen Wehrpflicht und Kriegsvorbereitung  
  • Jeden Freitag 16-19 Uhr Rote Ella, Buttmann­straße 1a 13357 Berlin
  • Jeden zweiten Donnerstag im Monat 19 Uhr Rote Ella – Offenes Treffen gegen die Waffenfabrik 19 Uhr in der Roten Ella.