(Update) Presseschau, Infos und Material zum Umgang mit dem Corona-Virus

Das Coronavirus dominiert seit Tagen die Berichterstattung und man kann schnell die Übersicht verlieren. Wir wollen euch helfen, den Überblick für relevante Informationen zu behalten:

Teil 4:
Wichtige Hinweise für Lohnabhängige und aktuelle Dokumentationen zu innen- und außenpolitischen Maßnahmen – wird forlaufend ergänzt!

Lohn, Grundsicherung und Arbeitsrecht
Krankschreibung per Telefon (KBV)
FAQ Arbeitsrecht (FAU Berlin)
FAQ für Erzieher*innen (verdi)
FAQ für Azubis (verdi Jugend)
Online-Sozialberatung (Kiezhaus Agnes Reinhold)

Studium in Berlin (BaföG etc.)
Gesammelte Informationsübersicht (Landes-Asten-Konferenz Berlin)

Grundrechte und Repression
Corona-Tagebuch der inneren Sicherheit (Magazin Cilip)

Flucht und Migration
Newsticker für Geflüchtete und Unterstützer*innen (ProAsyl)
Mehrsprachiges Infomaterial (Berliner Flüchtlingsrat e.V.)

Teil 3 (17.03.20):
Her mit euren Erfahrungen! Her mit der nachbarschaftlichen Solidarität!

Neben der Organisierung konkreter Solidarität in den Kiezen, sammeln wir Erfahrungen und Berichte, in denen Menschen erzählen, wie sie vom Corona-Virus und den gesellschaftlichen Einschränkungen betroffen sind. Sendet uns Berichte, auf die es wirklich ankommt: die der Lohnabhängigen, der Migrant*innen, der im Gesundheitssektor Beschäftigten und derjenigen, die gesundheitspolitisch wie gesellschaftlich ausgegrenzt sind. Die Krise des Hilfe- und Gesundheitssystems muss „von unten“ erzählt werden.

Gemeinsam stehen wir gegen die soziale Vereinzelung. Unsere Eindrücke sind eine bedeutende Gegenerzählung zu dem hegemonialen Palaver von versagenden staatlichen Behörden, profitorientierten Unternehmen und der „Rettung der Wirtschaft” mit satten Hilfspaketen. Wir bereiten uns kollektiv vor, politische Forderungen für die Zeit nach der akuten Krise zu formulieren und benennen zu können. Wie soll ein Gesundheitssystem aussehen, dass Menschen und ihre Bedürfnisse vorne anstellt, nicht Profite und Gewinnerwartungen?

Denn wir wissen: die Regierung und das Kapital werden auch nach der Zeit des grassierenden Corona-Virus kein Interesse an einem Gesundheitssystem haben, das für alle da ist und dessen Beschäftigte unter würdigen Arbeitsbedingungen Menschen gesund werden und bleiben lässt.

Sendet uns also eure Geschichten!
Das Teilen unserer Geschichten ist Solidarität!

Animiert andere Leute es auch zu tun! Schon eine halbe Seite ist ausreichend. Ob aus der Pflege, der Sozialen Arbeit, anderen Bereichen und Sektoren oder eure alltäglichen und persönlichen Eindrücke: wir erzählen, was passiert und machen Druck von unten!

Wir veröffentlichen eure Erfahrungen anonymisiert auf unverwertbar.org und teilen das Projekt in den sozialen Netzwerken.
Mail: arbeitskampf[at]unverwertbar.org

>> Hier geht es zu den bisher veröffentlichten Berichten!

Teil 2 (14.03.20):
Konsequenzen für die Menschen in Berlin

Im Moment machen sich die jahrelangen Einsparmaßnahmen im Gesundheitssystem Berlins bereits bemerkbar. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Gesundheitlich gefährdete Menschen sind momentan auf die Solidarität ihres Umfeldes oder Nachbar*innen angewiesen. Ob auch die Stadt plant, solche Menschen gesondert zu unterstützen, ist im Moment nicht bekannt.

Da in der nächsten Woche alle Kitas und Schulen bis Mitte/Ende April geschlossen bleiben, werden Eltern ab nächster Woche vor die Herausforderung gestellt, dass sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Arbeit oder dringende Termine müssen damit irgendwie abgestimmt werden, was für viele Menschen schwierig sein dürfte.

Die Schließung aller Cafés, Kneipen und anderer Orte trifft die dort arbeitenden Menschen hart, denn diese stehen vorerst ohne Einkommen da. Wie diese Menschen ohne Einkommen weiterhin ihre Mieten bezahlen sollen, wenn sich die Maßnahmen gegen das Virus noch mehrere Wochen oder Monate ziehen, ist unklar. Von seiten des Staates gibt es zwar schon verschiedene Ansätze, um Banken oder Konzerne zu „verarzten“, momentan trifft das Virus aber Selbstständige, Freiberufler*innen und Beschäftigte in kleinen Gastronomiebetrieben besonders hart.

Als Lohnabhängige, Erwerbslose, Obdachlose und Mieter*innen zusammenhalten!

Falls ihr eure Nachbar*innen solidarisch unterstützen wollt, könnt ihr euch auf Facebook (Link) oder Telegramm (Direktlink) mit anderen Menschen absprechen.

Formulare für Behörden

*Erstellt von BASTA Erwerbsloseninitiative

Teil 1 (13.03.20):
aktueller Stand, Infos & Bekanntmachungen

In Berlin gibt es momentan 391 bestätigte Corona-Fälle (13.03.20), deutschlandweit sind es ca. 10.000. Öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind verboten. Museen, Theater, Fittnessstudios, Bars, Kinos und Clubs bleiben geschlossen. Selbiges gilt für Schwimmbäder und Sportstätten. Auch Schulen und Kitas sollen nächste Woche schrittweise geschlossen werden, für die Kinder sog. „systemrelevante Personen“ (also z.B. medizinisches Personal) soll es eine Notfallbetreuung geben. Diese Regelung hat der Berliner Senat am 14.3. beschlossen. Sie greift auf drastische Weise in das öffentliche Leben Berlins ein.

Viele solidarische Strukturen in Berlin haben schnell reagiert und koordinieren sich über soziale Netzwerke, um besonders gefährdete Personen zu unterstützen. Inzwischen haben sich fast 20 Gruppen in Berlin gegründet, eine Liste findet ihr hier.

Solidarische Menschen aus dem Genossenschaftshaus in der Prinzenallee 58 haben Flyer in verschiedenen Sprachen erstellt, was bei der Unterstützung anderer Menschen zu beachten ist. Diese findet ihr hier.

Falls ihr Personen mit Lebensmitteln oder Arzneimitteln beliefert, die gesundheitlich gefährdet sind, vermeidet auf jeden Fall direkten Kontakt (klingeln und die Lieferung vor die Tür stellen), um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Eine Übertragung durch Schmierinfektionen ist möglich. Also Vorsicht auch bei Oberflächen, auch wenn bisher noch keine Infektionen auf diesem Weg nachgewiesen ist. Ansonsten gibt die Website des Robert-Koch-Instituts gute Anhaltspunkte zu den richtigen Hygienemaßnahmen.

Momentan geistern eine Menge Fake-News durch die sozialen Netzwerke. Vertraut nur Meldungen mit seriöser Quellenangabe und checkt diese ggf. selbst nochmal.